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 Nahost  Palästina-DialogGush Shalom

 

 

1948

".. Nämlich den Staat Israel"

Die militärische Option

So lauten die jüngsten Artikel von Uri Avnery. Zum Lesen bitte den
angegebenen Link anklicken.

Mit freundlichen Grüssen der Internetseite

www.uri-avnery.de

 

 

 

"Jede neue arabische Generation wird Israel mehr hassen als die vorhergehende."

Präsident Bashar al-Assad, Syrien

   zur Gush Shalom Friedensbewegung

Gush Shalom

Frieden und Freiheit  für beide Völker.

 Ein Staat für die Palästinenser ist unerlässlich um Frieden zu schaffen! 

Liebe jüdische MitbürgerInnen,

 distanzieren Sie sich von den Gräueltaten der Herrn Sharon, Olmert und  hohen israelischen Militärs (siehe ai Bericht). Und denken Sie nicht zu kurz, wie es z.B. Herr Spiegel einst und der neue Vorstand des Zentralrates wieder tut, tat, der den Terror der Palästinenser als Ursache allen Übels ansehen.  Die Ursache ist wohl eher die seit Jahrzehnten andauernde Diskriminierung und Vertreibung der Palästinenser durch die israelischen Regierungen und erzkonservative, vielleicht sogar neofaschistische jüdische Kräfte. Dies ist um so bedauerlicher, da ja gerade die Juden das Schicksal  der Vertreibung Jahrhunderte teilen mussten. Da sollte man doch annehmen dürfen, dass man aus diesen Erfahrungen lernt. So sehen das auch die Friedensbewegungen weltweit und immer mehr israelische Organisationen. Ist ja auch verständlich: Man kann keine Regierung unterstützen, egal wo, welcher Religion auch immer, die Kriegsverbrechen und Völkermord betreibt. Würde die Regierung Olmert nicht von den USA, besonders aber Herrn Bush gestützt, vielleicht wären die Regierungsmitglieder schon lange vor das Kriegstribunal in Den Haag gebracht worden, da gehören sie nämlich hin. Der Zentralrat der deutschen Juden sollte sich was schämen, wenn es solche Regime stützt!

 

Buchempfehlung:

ISRAELS IRRWEG. EINE JUEDISCHE SICHT.

ISBN 978-3-89438-394-7.  Preis 12,90 €.
 

 

Nicht in unserem Namen!
Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

Hecht-Galinski wirft Zentralrat Unterdrückung von Kritik vor
Evelyn Hecht-Galinski hat den Zentralrat der Juden in Deutschland scharf
kritisiert. Es sei für sie unerträglich, dass sich der Zentralrat als
"Sprachrohr der israelischen Regierung in Deutschland" verstehe, sagte die
Tochter des ehemaligen Zentralratspräsidenten Heinz Galinski. Jegliche
Kritik an der israelischen Politik werde als Antisemitismus verurteilt,
"und dadurch ist ja schon fast jeder mundtot gemacht worden".


Moderation: Friedbert Meurer
Friedbert Meurer: Die Kritik von Entwicklungsministerin Heidemarie
Wieczorek-Zeul daran, dass Israel in den letzten Kriegstagen Streubomben
eingesetzt hat, erzürnt den Zentralrat der Juden in Deutschland. Die
Ministerin hat eine Untersuchung der UNO gefordert. Zentralratspräsidentin
Charlotte Knobloch wirft ihr jetzt vor, Zitat: "Diese Leute unterstützen
die Antistimmung gegen Juden in Deutschland."

Am Telefon begrüße ich jetzt Evelyn Hecht-Galinski. Sie ist die Tochter
des früheren Präsidenten des Zentralrats der Juden und Mitglied der
Organisation Europäische Juden für einen gerechten Frieden. Guten Morgen,
Frau Hecht-Galinski!

Evelyn Hecht-Galinski: Guten Morgen, Herr Meurer!

Meurer: Der Zentralrat der Juden hat ja die Kritik von Ministerin
Wieczorek-Zeul an dem Einsatz von Streubomben scharf zurückgewiesen, weil
sie einseitig sei. Sie wiederum kritisieren deswegen den Zentralrat.
Warum?

Hecht-Galinski: Weil es für mich besonders unerträglich ist und auch für
viele meiner jüdischen Mitstreiter, dass sich der Zentralrat zum
wiederholten Male als Sprachrohr der israelischen Regierung in Deutschland
versteht, anstatt sich um die sozialen Belange der Gemeindemitglieder in
den jüdischen Gemeinden in Deutschland zu kümmern. Das ist die eigentliche
Aufgabe. Ich möchte nicht von einem Zentralrat vertreten werden, der nur
die israelische Politik vertritt. Jetzt kommen heute wieder in den
Zeitungen die Antisemitismusvorwürfe von Frau Knobloch und Herrn Korn.
Nicht diejenigen, die Israels Politik kritisieren, fördern den
Antisemitismus, sondern diejenigen, die schweigen und damit zulassen, dass
das Bild von hässlichen Israeli und inzwischen auch von hässlichen Juden,
was ja nicht gleich ist, weil Jude gleich Israeli, das muss einmal ganz
scharf getrennt werden, das wird leider vom Zentralrat alles kaputt
gemacht.

Meurer: Nun wirft ja der Zentralrat der Ministerin Wieczorek-Zeul nicht
vor, sagt er jedenfalls, antisemitisch zu sein. Verstehen Sie den
Zentralrat, auch dass er besonders empfindlich ist, wenn Israel kritisiert
wird?

Hecht-Galinski: Empfindlich schon, aber nicht abbügeln oder abbürsten
jeglicher Kritik. Zum Beispiel wurde Dr. Verleger, der Mitglied im
Direktorium des Zentralrats war, nach seiner Kritik - der hat ja auch nur
gesagt die Vergehen im Libanon, in Gaza, gezielte Tötung,
unverhältnismäßige Bombardierung und dergleichen - gleich von seiner
Gemeinde als Delegierter im Zentralrat abgesetzt. Dann die Buchvorstellung
von Rupert Neudeck, den man ja auch sehr oft im Deutschlandfunk hört. Die
wurde verhindert von der Frankfurter jüdischen Gemeinde. Die evangelische
Kirche hatte einen Raum zur Verfügung gestellt. Die mussten das absagen,
weil die Frankfurter Gemeinde unter Arno Lustiger und Herrn Graumann das
verhindert hat, dass er dort sein neues Buch vorstellen konnte, das sich
ja mit diesem Thema beschäftigt. Und so geht es ja immer schon. Jegliche
Kritik wird als Antisemitismus verurteilt, und dadurch ist ja schon fast
jeder mundtot gemacht worden. Frau Wieczorek-Zeul wird ja von Frau Merkel
auch schon als alleinige SPD-Stimme quasi hingestellt.

Meurer: Die Bundeskanzlerin hat gesagt, das sei ihre Privatmeinung
gewesen.

Hecht-Galinski: Wo sind wir denn? Was heißt denn Privatmeinung? Frau
Bundesministerin Wieczorek-Zeul, die uns jetzt im Moment in Stockholm auf
dieser so genannten Geberkonferenz vertritt, was auch schon ein Hohn ist.
Israel zerstört 80 Prozent der Infrastruktur im Libanon, und wir dürfen
wieder aufbauen großzügigerweise oder vielleicht jetzt Soldaten
hinschicken. Wir sollten Soldaten hinschicken für den Wiederaufbau, aber
nicht um die Arbeit für Israel dort zu verrichten und die Grenzen zu
schützen, damit die nicht wieder einen Krieg anfangen. Das sind alles
Sachen, die für mich den Antisemitismus wirklich fördern. Ich kriege so
viele Zuschriften von sehr, sehr engagierten Deutschen, die absolut nicht
in der rechten Ecke sind, die sich aber schon gar nicht trauen, den Mund
aufzumachen. Die sagen immer, sie können das mit ihrem Namen, aber wenn
wir das sagen, sind wir sofort Antisemiten. So weit ist es in Deutschland
leider schon gekommen.

Meurer: Der Zentralrat der Juden, Frau Hecht-Galinski, verteidigt sich
damit, dass er sagt, schaut euch die Stimmung an, die es im Moment in
Deutschland gibt, die ist heftig antiisraelisch, da müssen wir
gegensteuern. Ist das so falsch?

Hecht-Galinski: Die Stimmung ist antiisraelisch, weil Israel Sachen, eine
Politik betreibt, die durch nichts mehr zu rechtfertigen ist. Jeden Tag
ist in Gaza eine Tötung. Acht demokratisch gewählte Hamas-Minister, egal
ob mir das jetzt passt oder nicht passt, sind verhaftet worden, sitzen
ohne Gerichtsbeschluss. Im Westjordanland wird jede Nacht getötet. Diese
aggressive Siedlungspolitik, diese ganze Verunglimpfung der Palästinenser,
diese ganze Politik, die schafft Antisemitismus, aber sicherlich nicht
eine berechtigte Kritik.

Meurer: Was würden Sie vom Zentralrat der Juden in dieser Situation jetzt
erwarten?

Hecht-Galinski: Ich würde verlangen und für gut befinden, wenn einmal die
Sachen angeprangert werden, die Israel falsch macht. Das heißt, wie ich
gerade sagte, den Mauerbau, die Siedlungen. Was heißt denn hier diese
verschleppten Soldaten? Erst mal weiß man bis heute nicht, wo diese
Soldaten sich wirklich befanden, auf welchem Boden. Zweitens Mal war das
nur eine vorgeschobene Sache. Sie haben ja heute über die Demonstration in
Tel Aviv berichtet. Da verlangen jetzt die Bürger auf einmal, dass man
sich um die Soldaten kümmert. Auf einmal soll angeblich verhandelt werden
über einen Gefangenenaustausch. Das wurde ja vorher immer abgelehnt. Der
Zentralrat hat sich hier nicht als Sprachrohr wie gesagt der israelischen
Regierung und Propagandamaschinerie zu verstehen. Das sehe ich nicht so,
weil wir sind deutsche Juden und wir sind hier keine Israelis. Ich möchte
das noch einmal betonen. Ich möchte nicht in diesen Topf geworfen werden.
Israel ist für mich ein Ausland, auch wenn ich der jüdischen Religion
angehöre, ist Israel nicht mein Bürgerland, und ich möchte nicht vom
Zentralrat vertreten werden, indem ich die israelische Politik immer
erklärt bekomme.

Meurer: Frau Hecht-Galinski, viele haben ja noch Ihren Vater Heinz
Galinski in guter Erinnerung, ein streitbarer Kämpfer. Was würde Ihr Vater
heute sagen, wenn er Ihre Kritik mitbekäme?

Hecht-Galinski: Wir würden sicherlich auch einen kritischen Dialog führen,
aber ich bin so offen erzogen worden und habe eben nicht diese Erziehung
genossen, dass ich solche Kritik immer als Antisemitismus abtun würde. Das
würde mein Vater sicherlich auch nicht tun, auch wenn er vielleicht eine
andere Meinung mit Israel hätte als ich.

Meurer: Das war Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des früheren Präsidenten
und Mitglied der Organisation Europäische Juden für einen gerechten
Frieden. Frau Hecht-Galinski, besten Dank und auf Wiederhören.

Hecht-Galinski: Auf Wiederhören. Vielen Dank.


Weitere Infos: DLF

Freitag, 1. September 2006

An die Palästinenser die Bitte: Hört endlich mit den Attentaten auf! Sie erzeugen  ebenfalls Hass gegen das eigene Volk. 

  

Mahmud Abbas

Wünschen wir dem neuen Präsidenten Mahmud Abbas, das Glück, das Arafat fehlte! Möge der Traum vom freien Palästina weiterleben. Und so Gott will, auch Wirklichkeit werden! Allerdings darf man festellen, dass die Vorschläge Abbas imer mehr die Handschrift der amerikanischen und auch der israelischen Regierung zeigen. Nicht gut für die Palästinenser und nicht gut für den Frieden! Er stellt sich damit gegen die Mehrheit seines eigenen Volkes.

 

Inzwischen weis man, glaubt internationalen Organisationen, dass die Fatah Organisation des Präsidenten immer schon korrupt war und aus dem Westen Geld bezieht, um die Menschen in Palästina "ruhig zu stellen" Diese Ruhigstellung sieht aber so aus, wie es immer ist, wenn der Westen bezahlt. Einige werden immer reicher und beherrschen die Armen. Dagegen wehrt sich nun die islamistische Partei der Hammas mit Recht und wird aus dem Westen beschimpft. Vor allen Dingen eben auch, von dem wohl korruptesten Ministerpräsidenten den es je in Israel gab: Olmert.......

Und da wundert man sich, dass die Menschen, nicht nur in Palästina auf die Strasse gehen. Aber es gibt ja noch Panzer, die dann reagieren. Deutschland ist ja schliesslich auch der drittgösste Waffenexporteur der Welt. Ein Schelm, der schlechtes dabei denkt......

The Battle of Gaza
Mike WhitneyIn less than 24 hours of fierce street-fighting, Bush’s proxy-army in Gaza was routed by armed units of Hamas. It was a stunning defeat for Palestinian President Mahmoud Abbas, and for US-Israeli policymakers who have done everything in their power to overturn the "free and fair" election of the Hamas government. For now, Hamas has reestablished its authority in Gaza although Abbas is still working frantically with Bush and Olmert to consolidate his power in the West Bank. So far, Abbas has carried out the demands of his paymasters by replacing Prime Minister Ismail Haniyeh with ex-World Bank official, Salam Fayyad---a Palestinian Karzai who will take his orders from Tel Aviv or Washington. Abbas does not have the constitutional authority to replace Prime Minister Haniyeh or to disband the Hamas-dominated government, but this point is typically overlooked in the western media. The Bush administration has abandoned any pretense of neutrality and is openly supporting the ongoing violation of UN resolution 242...

Read the full article / Leggi l'articolo completo:

 http://www.uruknet.de/?p=33741


Offener Brief von Reuven Moskovitz*, Jerusalem
Unrecht bleibt Unrecht
Die Friedenspläne von Scharon und Bush sind nichts wert. Deutschland und die EU müssen eine eigene Position gegenüber Israel entwickeln. mehr hier:.....* Reuven Moskovitz ist Mitbegründer des Friedensdorfes Neve Shalom/Wahat Salam in Israel. 2003 erhielt er den Aachener Friedenspreis.

 

Israelische Soldaten und "palästinensischer TerroristIn":

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor ca. einem Jahr!

 

 

Foto vom21.01.2007

Wer ist eigentlich der Terrorist auf diesen Bildern?

 

Israelische und palästinensische Friedensbewegungen

Die Friedensbewegung:

In Israel gibt es neben der grossen Bewegung Schalom Achschav (Frieden Jetzt) viele kleine Friedensgruppen. Den meisten Gruppen gehören gerade 100 Aktivisten an. Lediglich der prominentesten von ihnen, Frieden Jetzt, gelang es in Friedenszeiten, bis zu 400 000 Demonstranten für eine Aussöhnung mit den Palästinensern zu mobilisieren.

Nach Beginn der zweiten Intifada (28. September 2000), die unvergleichlich gewalttätiger war als die von Streiks beherrschte erste Intifada (1987 bis 1992), verschwanden alle Friedensgruppen aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit. Erst seit Februar 2002 gewinnen die Gruppen wieder an Zulauf.

Die Friedensvision:

Die meisten Friedensorganisationen und öffentlichen Fürsprecher des Friedens sprechen sich für die Fortsetzung der Friedensgespräche und eine Zwei-Staaten-Lösung aus. Diese Lösung sieht so aus:
Israel zieht sich auf die Grenzen von 1967 zurück und räumt die Siedlungen im Westjordanland und im Gazastreifen. Im Westjordanland entsteht ein autonomer und entmilitarisierter Palästinenserstaat.
Ostjerusalem fällt an Palästina und wird dessen Hauptstadt.
Die Palästinenser verzichten auf das Rückkehrrecht aller Flüchtlinge in die ehemals arabischen Städte auf israelischem Boden.

Die Friedenshemmnisse:

Schmerzhaft für die Israelis wäre ein Verzicht auf die Ostjerusalemer Gebiete, die nach israelischem Sprachgebrauch keine Siedlungen, sondern Vororte Jerusalems sind. Zu diesen Gebieten zählen Gilo (das Neubaugebiet, das von Beit Jala und Bethlehem wiederholt beschossen wird) und Siedlungen entlang des Ölbergs, welche die Nord-Süd-Verbindungen im Westjordanland durchtrennen.

Schmerzhaft für die Palästinenser wäre der Verzicht auf ein umfassendes Rückkehrrecht für Palästinenser in die Städte und Dörfer ihrer Vorfahren, also auch in die heute israelischen Stammgebiete. Viereinhalb der siebeneinhalb Millionen Palästinenser (ohne israelische Araber) leben ausserhalb des Landes. Fast alle sind dem Druck der israelischen Besatzung gewichen.

Die wichtigsten Internetadressen für den Überblick Islamkatalog der Universität Leipzig: Unter dem Stichwort "Palestine" findet man die wichtigsten Dokumente zur Geschichte des Nahostkonfliktes bis in die Gegenwart: geschichtliche Dokumente von der Balfour-Deklaration (1917) bis zum Oslo-Abkommen (Declaration of Principles, 1993), ferner den Mitchell-Report (April/Mai 2001) und den aktuellen Menschenrechtsreport von Human Rights Watch für Israel und Palästina.
Die israelische Menschenrechtsorganisation B’zelem dokumentiert auf dieser Seite die menschliche Katastrophe des Nahostkonfliktes.
Die palästinensische Organisation dokumentiert auf dieser Website die wirtschaftlichen und persönlichen Folgen der israelischen Besetzungspolitik für die Palästinenser.  Leider ist der Server wieder mal ausgefallen........

Eine Auswahl von Friedensgruppen in Israel:

2. Gusch Schalom (Friedensblock), ist eine Gründung des israelischen Publizisten Uri Avneri. Avneri, Ex-Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Ha’olam Hasé, zwischen 1965 und 1981 Parlamentsabgeordneter, gründete bereits 1975 einen israelisch-palästinensischen Friedensrat. 1982 traf er sich als erster Israeli überhaupt mit Jassir Arafat in Beirut, das damals von der israelischen Armee belagert war. Weil ihm die grosse Friedensbewegung Frieden Jetzt 1993 nicht klar genug die Missstände der israelischen Besatzungspolitik anprangerte, gründete er Gusch Schalom. Bis heute konfrontiert diese Gruppe die israelische Gesellschaft mit unangenehmen Wahrheiten über die Besatzungspolitik und gilt daher den meisten Friedensbewegten als zu radikal.

3. Bat Schalom (Töchter des Friedens) ist eine israelische Gruppe von Feministinnen, die den engen Kontakt zu palästinensischen Frauengruppen suchen. Seit 1994 hat sich Bat Schalom mit palästinensischen Frauenrechtlerinnen vom Jerusalemer Frauenzentrum (Jerusalem Center for Women) zusammengeschlossen. Beide Gruppen formulierten zwischen 1996 und 2000 gemeinsame politische Prinzipien. Da die israelischen Aktivistinnen nach Ausbruch der zweiten Intifada am 28. September 2000 keinen gemeinsamen Nenner mit ihren palästinensischen Gesprächspartnerinnen mehr sahen, brach die Jerusalemer Verbindung (The Jerusalem Link) für gut anderthalb Jahre auseinander. Die derzeitigen Leiterinnen der israelischen Seite (Terry Greenblatt) und der palästinensischen Seite (Amneh Badran) bauen nun diese Verbindung wieder auf.
Die Aktivistinnen beider Seiten halten regelmässig Mahnwachen in Jerusalem. Dann treten sie als Women in Black (Frauen in Schwarz) auf.

4.) Wieder eine  Organisation durch politischen Druck ausgefallen!

5. Ta’ajusch (Zusammenleben) ist die erste jüdisch-palästinensische Friedensbewegung Israels. Vor einem Jahr gegründet, hat Ta’ajusch bislang Lebensmitteltransporte in abgeriegelte Palästinenserdörfer organisiert, palästinensische Bauern vor der Vertreibung durch die israelische Armee bewahrt und Strassensperren zu räumen versucht. Alle Aktionen sprechen die Ta’ajusch-Aktivisten, darunter ist etwa jeder Zweite palästinensischer Israeli, mit den palästinensischen Behörden in den Autonomiegebieten ab. Ta’ajusch konzentriert sich auf praktische Hilfen. Laut Einschätzung des Jerusalemer Frieden-Jetzt-Aktivisten Noam Hoffschtetter trägt Ta’ajusch auch zur Aussöhnung von Palästinensern und Juden innerhalb der israelischen Gesellschaft bei.

6.Israeli Committee Against House Demolitions (israelisches Komitee gegen Häuserzerstörung) kooperiert mit den mennonitischen Christian Peacemaker Teams vor allem in Hebron, aber auch in den übrigen besetzten Gebieten. Seit 1967 hat die israelische Besatzungsmacht etwa 7000 palästinensische Häuser zerstört. Das Komitee beansprucht für sich, die Zerstörungswut des israelischen Militärs gebremst zu haben. So wurden 1999, nach einjähriger Tätigkeit dieser Friedensstifter, nur 100 Häuser zerstört ­ gegenüber 277 im Vorjahr.

7.Ärzte für Menschenrechte: Eine kleine Gruppe von Ärzten und Krankenschwestern aus Tel Aviv fährt regelmässig in die Autonomiegebiete und behandelt dort kostenlos Palästinenser. Die Autonomiegebiete sind medizinisch unterversorgt, oft fehlt es an Medikamenten, Verbänden und Erste-Hilfe-Ausrüstung. Da palästinensische Krankenversicherungen in israelischen Krankenhäusern nicht gelten, sind Palästinenser auf solche kostenlose Unterstützung angewiesen. Die Gruppe nimmt Spenden in Form von Schecks unter folgender Anschrift entgegen: Physicians for Human Rights ­ Medical Operation, Levanda 30 Tel-Aviv 66020 oder an: New Israel Fund, POB 91588, Washington DC, 20090-1588, USA. Bitten senden Sie keine Medikamente aus dem ausserisraelischen Ausland. Über weitere Einzelheiten informiert Miri Weingarten, 00972 ­ 3 ­ 6873718, E-Mails: miri@phr.org.il

8.Bereaved Family Forum (Forum verwaister Eltern) ist eine Gruppe von etwa 150 israelischen Eltern, die ihre Kinder im arabisch-israelischen Konflikt verloren haben. Seit Mitte der neunziger Jahre treffen sie sich mit etwa 120 palästinensischen Eltern, die auf gleiche Weise ihre Kinder verloren haben.

Friedensgruppen in Palästina:

1.Die prominentesten Pazifisten Palästinas leben und arbeiten in Beit Sahour, einem christlichen Nachbarort von Bethlehem.
Das Rapprochement Center (Zentrum für Wiederannäherung) unter Leitung von Ghassan Andoni organisiert seit den frühen 80er Jahren, also noch vor der ersten Intifada (1987-92) den gewaltlosen Widerstand gegen die israelische Besatzungsmacht. Die erste Aktion war ein Steuerboykott gegen Israel. In der zweiten Intifada macht das Rapprochement Center von sich sprechen, wenn seine Aktivisten Strassensperren niederreissen, wenn sie Demonstrationszüge an den Militärsperren vorbei von Bethlehem nach Jerusalem anführen, sowie bei den alljährlich zu Weihnachten stattfindenden Kerzenprozessionen mit Tausenden von Palästinensern von den christlichen Hirtenfeldern in Beit Sahour zur Weihnachtskirche in Bethlehem. Ghassan Andoni und seine Mitarbeiter grenzen sich vom gewaltsamen Widerstand der palästinensischen Terroristen ab. Sie verurteilen jedoch Selbstmordattentate nie, ohne gleichzeitig die israelischen Militärschläge anzuprangern.

2. Das Konflikt-Schlichtungszentrum (Conflict Resolution Center "Wiam") konzentriert sich auf innerpalästinensische Belange. Es bemüht sich, Alternativen zum gewaltsamen Widerstand aufzuzeigen und versucht, palästinensisches Selbstbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Dazu gehören die psychologische Betreuung traumatisierter Kinder, die Schlichtung innerpalästinensischer Konflikte (auch innerfamiliärer Streitigkeiten, die zuweilen sehr gewaltsam ausgetragen werden) und die Ermutigung emigrationswilliger Palästinenser, doch im Land zu bleiben. Eines der Leitworte des in Bethlehem ansässigen Wiam-Zentrums ist ein Wort des früheren amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King: "Wenn wir davon ausgehen, dass die Menschheit ein Recht zu überleben hat, dann müssen wir eine Alternative zu Krieg und Zerstörung entwickeln. In unserer Zeit der Massenvernichtungsmittel stehen wir vor der Alternative: Gewaltlosigkeit oder kollektiver Selbstmord."

3. Das Jerusalemer Frauenzentrum (Jerusalem Center for Women) ist eine Organisation von palästinensischen Frauenrechtlerinnen mit Sitz in Beit Hanina, Ost-Jerusalem. Das JCW arbeitet eng mit der israelischen feministischen Gruppe Bat Schalom zusammen. Seit 1994 hat sich das JCW mit Bat Schalom zum Jerusalem Link (Jerusalemer Verbindung) zusammengeschlossen zur einzigen israelisch-palästinensischen Vereinigung über die Grenzen hinweg. Zwischen 1996 und 2000 formulierten beide Gruppen gemeinsame politische Prinzipien. Da die palästinensischen Aktivistinnen nach Ausbruch der zweiten Intifada am 28. September 2000 keinen gemeinsamen Nenner mit ihren israelischen Gesprächspartnerinnen mehr sahen, brach die Jerusalemer Verbindung für gut anderthalb Jahre auseinander. Die derzeitigen Leiterinnen der palästinensischen Seite (Amneh Badran) und der israelischen Seite (Terry Greenblatt) bauen diese Verbindung nun wieder auf.

4.Die Vereinigung der Vierzig (Association of Fourty) ist eine 1988 ins Leben gerufene palästinensisch-jüdische Kommission, welche die Rechte von Bewohnern nichtanerkannter arabischer Dörfer vertritt. Es gibt sowohl in Israel als auch in den besetzten Gebieten Häuser und Dörfer, welche die israelische Regierung für unrechtmässig erachtet, da deren Bewohner über keine staatlichen Baulizenzen verfügen. Der israelische Staat sieht sich den Bewohnern gegenüber im Recht, wenn er deren Land entschädigungslos konfiszieren oder deren Häuser zerstören will. Ausschliesslich Palästinenser sind von dieser Rechtsunsicherheit betroffen. Die Vereinigung der Vierzig gewährt betroffenen Palästinensern rechtliche und finanzielle Unterstützung. Ferner bekämpft die Kommission die israelischen Gesetzesgrundlagen, die diese Rechtslage schaffen. In manchen der betroffenen Dörfer hat die Kommission den Strassenbau und den Ausbau der Infrastruktur finanziell fördern können.

5. Das Palästinensische Netzwerk der Nicht-Regierungsorganisationen (PNGO Network) wurde im September 1993 als Antwort auf das Oslo-Abkommen gegründet. Die Vereinigung will mitwirken, in Palästina eine demokratische Zivilgesellschaft aufzubauen. In der Vergangenheit hat das Netzwerk vor allem Workshops und Seminare für Palästinenser organisiert, in denen Medienkompetenz sowie Grundkenntnisse in Management und Verwaltung vermittelt wurden. Das PNGO-Network sucht Kontakt zu europäischen NGOs und unterhielt bis zum Beginn der Intifada (28. September 2000) auch Kontakte zu israelischen Friedensgruppen.

6.Addameer (das Gewissen) ist eine palästinensische Gefangenenhilfe, die den Verbleib von palästinensischen politischen Häftlingen in Israel und Palästina aufklärt und dokumentiert. Zu den Zielen von Addameer gehört der Aufbau eines demokratischen Rechtsstaats in Palästina.

Israels und Palästinas prominente Friedensadvokaten

Israel: Jossi Beilin, studierter Politologe und gelernter Journalist, war zuletzt Justizminister in der Regierung Ehud Barak. Derzeit bemüht sich Beilin um Kontakte zur palästinensischen Seite. Von Scharon nicht darum gebeten und ohne Amt, hat sich Beilin bereits zweimal mit Arafat getroffen. Beilin hat zudem mit etwa hundert anderen Knesset-Abgeordneten, Friedensaktivisten, Wissenschaftlern und Ex-Peace-now-Mitgliedern eine "Friedenskoalition" gegründet. Die bunte Truppe, der unter anderen Oppositionsführer Jossi Sarid (siehe unten: Friedensparteien/Meretz) und der frühere Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek angehören, will sich als Gegenstimme zu Scharons Eiszeit-Politik Gehör verschaffen. Ihre zentralen Forderungen sind die Abschaffung jüdischer Siedlungen, eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche auf Grundlage der jordanisch-ägyptischen Initiative sowie eine Akzeptanz des Berichts der Mitchell-Kommission zu den Ursachen der Intifada. Beilin sagt: "Wir müssen uns Scharons Politik in den Weg stellen. Denn ohne die Hoffnung auf und Bemühungen um Frieden bleibt Israel eine Episode in der Geschichte und wird es unmöglich, einen lebensfähigen jüdischen Staat aufrechtzuerhalten."

Israel: Jossi Sarid, Vorsitzender der liberal-säkularen Meretz-Partei und somit Anführer der linken Oppositionsparteien, gilt als einer der prominentesten Advokaten für die Fortsetzung von Friedensverhandlungen. Jossi Sarid war einer der Architekten des Osloer Friedensabkommens. Anfang des Jahres empfing Bundesaussenminister Joschka Fischer Sarid und Jossi Beilin als zwei der führenden Vertreter des israelischen Friedenslagers.

Israel: Uri Avneri, Publizist, Ex-Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Ha’olam Hasé, zwischen 1965 und 1981 Parlamentsabgeordneter, gründete bereits 1975 einen israelisch-palästinensischen Friedensrat. 1982 traf er sich als erster Israeli überhaupt mit Jassir Arafat in Beirut, das damals von der israelischen Armee belagert war. Weil ihm die grosse Friedensbewegung Frieden Jetzt nicht klar genug die Missstände der israelischen Besatzungspolitik anprangerte, gründete er 1993 Gusch Schalom.

Palästina: Sari Nusseiba, entstammt einer der ältesten muslimischen Familien Jerusalems. Seit Jahrhunderten haben die Nusseibas die Schlüsselgewalt über die Grabeskirche ­ die Schlüsselgewalt in der Hand einer muslimischen Familie verhindert den Zwist zwischen christlichen Konfessionen. Als Sohn eines Ministers in der jordanischen Regierung studierte Nusseiba in Oxford und Harvard. Seit 1995 leitet der Philosophie-Professor die Jerusalemer al-Quds-Universität. Er gilt als Vertrauter von Autonomie-Präsident Jassir Arafat, der Nusseiba nach dem Tod des Jerusalem-Beauftragten Feisal al-Husseini im Oktober zu dessen Nachfolger ernannte. Der Universitätspräsident Nusseiba fordert einen entmilitarisierten, eigenständigen Staat Palästina unter Einschluss von Ostjerusalem und ist bereit, auf ein umfassendes Rückkehrrecht für palästinensische Flüchtlinge zu verzichten.

Palästina: Hanan Aschrawi wurde bekannt als Sprecherin der palästinensischen Delegation in den Friedensverhandlungen von Oslo (1993). Aschrawi ist Mitglied der palästinensischen gesetzgebenden Versammlung (Parlament) und gilt dort als Fürsprecherin einer gewaltlosen Konfliktlösung. Im Januar trat die Hochschulministerin im Zuge einer Kabinettsumbildung zurück: Grund war ihr Unwille, dass Palästinenserführer Jassir Arafat nicht genügend gegen Korruption und Misswirtschaft in der Autonomiebehörde vorgehe. Seit Juli letzten Jahres ist die christliche Hochschulprofessorin aus Ramallah Sprecherin der Arabischen Liga. Bei Amtsantritt kündigte sie an, sie werde sich dafür einsetzen, dass die arabische Welt gegen die "rassistischen Medien der westlichen Welt" mit neuer Sprache kämpfe.

Palästina: Sumaya Farhat-Naser, Biologieprofessorin an der palästinensischen Universität Bir Zeit, gilt in Deutschland als eine der prominentesten palästinensischen Friedensaktivisten. Die ehemalige Leiterin des Jerusalem Center for Women (JCW) wirbt vor allem in Deutschland und den USA für die palästinensische Sache. Vor kurzem hat sie ihren Entschluss publik gemacht, sie werde in die USA emigrieren.

Friedensparteien im israelischen Parlament (Knesset):

Die prominenteste Friedenspartei heisst Meretz . Ihr Parteivorsitzender Jossi Sarid gilt als Anführer der linken Oppositionsparteien und als einer der prominentesten Advokaten für die Fortsetzung von Friedensverhandlungen. Anfang des Jahres empfing Bundesaussenminister Joschka Fischer Sarid als einen der führenden Vertreter des israelischen Friedenslagers. Jossi Sarid war einer der Architekten des Osloer Friedensabkommens. 1999 gewann Meretz bei den Wahlen zur Knesset 7,6 Prozent der Stimmen und wurde mit 10 Sitzen viertstärkste Partei.

Unter den liberalen und säkularen Parteien zeichnet sich auch die Partei "Shinui" als Advokatin einer gemässigten Linie gegenüber den Palästinensern aus.

Unter den jüdisch-orthodoxen Parteien fällt diese Rolle der "Meimad"-Partei zu. Meimad gehört als Teil des linken Parteienbündnisses "Ein-Israel" der grossen Regierungskoalition unter dem konservativen Ministerpräsidenten Ariel Scharon an.

"Shinui" und "Meimad" vertreten gemässigte Positionen gegenüber den Palästinensern, lehnen aber anders als "Meretz" einseitige Vorleistungen durch Israel für ein Friedensabkommen ab.

Ferner sind mehrere arabisch-israelische Parteien in der Knesset vertreten. Dazu zählen die "United Arab List", die kommunistische "Democratic Front for Peace and Equality" und "The New Arab Party". Sie verfügen zusammen über 8 Sitze in der Knesset.

Seit Bestehen des Staates Israel waren israelische Palästinenser nur erst ein einziges Mal in einer Regierungskoalition vertreten, und das ausgerechnet in der derzeitigen Regierung unter Ariel Scharon. Der arabische Minister, ein Druse, hat inzwischen jedoch seinen Posten wegen einer Bestechungsaffäre wieder geräumt.

Aus: CHRISMON und eigene Recherche....


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