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für engagierte Leute
WIR ÜBER UNS
WAS WIR BIETEN :
Über 30.000 gutsortierte Links (Internethinweise) auf Deutsch und
Englisch zu globalen Themen:
- Frieden, Abrüstung, Gewaltfreiheit
- Militär, Rüstung
- Menschenrechte, Umwelt, 3. Welt
- Soziale Gerechtigkeit, Frauen, Religion, Bildung
- Wirtschaft, Demokratie, Politik, Nachrichten
- Und viele weitere Zukunftsfragen
- Eine Linksammlung mit einer Fehlerrate unter 2 % durch regelmäßige
Kontrollen.
- Ein Update erfolgt alle 2 Wochen mit neuen Links (bei aktuellen
Krisen auch öfter).
- Bundes- und weltweit sind Norbert's Bookmarks in ihrer Art und Größe
führend.
- Ein ideales Hilfsmittel für engagierte BürgerInnen, um die
Orientierung im Datendschungel des Internet zu erleichtern, das Internet
optimal zu nutzen und Zeit und Geld zu sparen.
- Ein Forum für die Friedens-, Menschenrechts-, Umwelt-, 3. Welt-,
Frauen-, Demokratie- und Soziale Bewegungen aller Länder.
- Eine leicht nutzbare und umfassende Datenbank relevanter, im
Internet vertretener NGOs (Nichtregierungsorganisationen) und
Informationen.
- Zugang zu wichtigen Informationen, die nicht der veröffentlichten
Meinung entsprechen - insbesondere kritische Hintergrundinformationen zu
aktuellen Problemen.
1999 haben Norbert´s Bookmarks für engagierte Leute das
Comenius-Gütesiegel der deutschen Gesellschaft für Pädagogik und
Informatik (GPI) erhalten
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WAS WIR BEWIRKEN WOLLEN
Ein wichtiges Ziel ist es, unseren Kindern eine lebenswerte Welt zu
hinterlassen. Und zwar im Geiste von Mahatma Gandhi, Albert Schweitzer,
Mutter Theresa, Petra Kelly und des Dalai Lama.
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Was man mit Hilfe von NORBERT's BOOKMARKS machen kann:
- Projekte für eine bessere Welt wirkungsvoller vorantreiben.
- Sich über wichtige Themen informieren und die Ergebnisse anderen
mitteilen.
- Anregungen bekommen und eigene Ideen und Erfahrungen weitergeben.
- Hintergrundinformationen für einen Vortrag, Aufsatz oder Artikel
recherchieren.
- Kontakte herstellen, Verbündete suchen und Bündnisse eingehen.
- Ideal als Einstiegsseiten für Jugendliche sowie Schulen, Unis und
Erwachsenenbildung.
- Ideal für JournalistenInnen, ReporterInnen und PolitikerInnen, sowie
Querverweise in Artikel und Linksammlungen.
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WIR WENDEN UNS AN :
- Leute, die etwas bewegen wollen
- Normale BürgerInnen, Eltern und Familien, insbesondere SchülerInnen
und StudentenInnen
- Engagierte Menschen, Initiativen und Aktivisten
- Organisationen (NGOs) weltweit, insbesondere KampagnenleiterInnen
- JournalistenInnen, ReporterInnen und RedakteureInnen
- LehrerInnen, SchriftstellerInnen, KünstlerInnen und Intellektuelle
- EntscheidungsträgerInnen in Politik, Religion, Wissenschaft und
Bildung, Medien, Industrie und Militär
- Sowohl im Norden als auch im Süden, im Westen wie im Osten dieser
Erde
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Ziele der "Allianz für den
Frieden"?
Ziel und Herausforderung der "Allianz für den Frieden" ist es,
die Kräfte der friedensbewegten Menschen und Gruppen zu bündeln und zu
unterstützen.
Wer ist die "Allianz für den Frieden"?
Die "Allianz für den Frieden ist eine lose Vereinigung von Vertretern
unterschiedlicher Friedensorganisationen, Friedens- & Menschenrechtsgruppen und
Einzelpersonen, die sich für den Frieden engagieren sowie für eine gewaltfreie
Friedenssicherung eintreten.
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Diese Website ist eines von mehreren
themenspezifischen Infoportalen des Kommunikationssystems, einer unkommerziellen
alternativen und unabhängigen Informations- und Kommunikationsplattform zu
Politik und Gesellschaft.
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Willkommen beim
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Die IPPNW setzt sich dafür ein, erdumspannend Schaden von der
Menschheit abzuwenden. Die IPPNW tut dies für unser aller Zukunft und über
alle politischen Grenzen und gesellschaftlichen Systeme hinweg.
Dabei geht die IPPNW im Sinne einer präventiven Medizin vor, versucht, wo
immer es geht, Risiken für Leben und Gesundheit vorzubeugen. Wo Menschen
bereits in Not sind, gebietet es die medizinische Ethik zu helfen. Im
Dreischritt von Anamnese - Diagnose - Therapie ergreift die IPPNW
geeignete Maßnahmen, um Leiden, beispielsweise in akuten Krisengebieten,
frühzeitig zu erkennen, zu verhüten oder zu lindern.
http://www.ippnw.de/
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Verdrängen und Stillhalten sind auf
Dauer tödlich!
Rede Horst-Eberhard Richter
Liebe Freundinnen und Freunde,
als der Chef der Vereinigten Staatschefs der USA General Omar Bradley in Pension
ging, verabschiedete er sich mit Worten, die heute als Motto über unserer
Veranstaltung stehen könnten:
"Wir leben im Zeitalter der nuklearen Riesen und der ethischen Zwerge, in einer
Welt, die Brillanz ohne Weisheit, Macht ohne Gewissen erreicht hat. Wir haben
die Geheimnisse des Atoms entschlüsselt und die Lehren der Bergpredigt
vergessen. Wir wissen mehr über den Krieg als über den Frieden."
Heute sind wir zu diesem Ort marschiert, weil er uns in besonderer Weise zwingt,
der Wahrheit ins Auge zu sehen, die Bradley mahnend beschreibt. An dieser Stelle
liegt ein Teil der nuklearen Riesen, von denen noch 35.000 in der Welt gehortet
sind. Und wir benehmen uns in der Tat unwürdig, feige und moralisch erniedrigt,
wenn wir weiterhin einer Politik gehorchen, die sich mit diesen Horrorwaffen
gegen die eigene Friedensunfähigkeit versichern will.
Liebe Freundinnen und Freunde, hier und in Büchel sind insgesamt 65
amerikanische Atombomben vom Typ B61-11 gehortet, von denen jede einzelne über
die 5-fache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe verfügt, die auf einen Schlag mehr
als 200 000 Menschen getötet hat. Damit verstößt die Bundesrepublik gegen den
Atomwaffen-Sperrvertrag von 1970 Artikel II, wo es heißt: "Jeder
Nichtkernwaffenstaat verpflichtet sich, Kernwaffen von niemandem unmittelbar
oder mittelbar anzunehmen." Eine Bedrohung außer derjenigen, die von diesen
Bomben selbst ausgeht, ist nirgends in Sicht. Die Bomben gehören den USA, die im
Ernstfall genauso wenig fragen würden, ob sie diese einsetzen dürfen, wie sie es
im Falle der von Deutschland aus gestarteten Kampflugzeuge im Irakkrieg getan
haben. Ein künftiger Gegner müsste also bestrebt sein, die hiesigen Atombomben
vorsorglich auszuschalten.
Das heißt: Die Menschen in dieser Gegend leben in einer andauernden nuklearen
Geiselhaft. Weil das unerträglich ist, bemühen sie sich, wie sonst auch große
Teile unserer Bevölkerung, daran gar nicht zu denken. Aber das entspricht dem
Verhalten kleiner Kinder, die beim Versteck-spielen die Augen schließen, um
unentdeckt zu bleiben. Deshalb sagen wir: Verdrängen und Stillhalten sind auf
Dauer tödlich!
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Pazifismus
ist unverzichtbar
Von Horst-Eberhard Richter
Lassen sich die Deutschen in einen Krieg hineinziehen erscheinen prompt
Artikel gegen den Pazifismus. Er
wird entweder als blamable Feigheit oder als weltfremde Blauäugigkeit
oder gar als getarnte Sympathie mit
dem jeweiligen Feind hingestellt. Oder aber in Erklärungsnot geratene
Ex-Kriegsgegner erfinden zur eigenen
Entlastung einen Pazifismusbegriff, der einen von ihnen aktuell
gebilligten Kriegseinsatz einzuschliessen
erlauben soll. Hierzulande haben sich eine Reihe von Ex-68ern in den 90er
Jahren offen von früheren
pazifistischen Positionen verabschiedet und ihren Wandel zu "Verrätern"
begründet. Einige darunter hatten sich
allerdings nie im eigentlich pazifistischen Sinn, sondern nur gegen die
amerikanischen Raketen engagiert,
sodass es eher ein Frontwechsel war, wenn sie sich später auf die
Nato-Seite schlugen.
Zur Bekämpfung von moralischen Selbstzweifeln hängen manche den
Pazifismus-Begriff so hoch, dass er nur zu
Heiligen passt, zu Jesus oder Franz von Assisi. Die Rede ist dann von
einem abstrakten, von einem radikalen
oder absoluten Pazifismus. Der Trick besteht darin, die Gesinnung von der
politischen Realität abzukoppeln.
Dabei wird immer wieder Max Webers Unterscheidung von Gesinnungsethik und
Verantwortungsethik zitiert.
Helmut Schmidt bemühte sich seinerzeit, die Billigung von atomaren
Mittelstreckenraketen auf westdeutschem
Boden verantwortungsethisch zu begründen und den Gegnern
gesinnungsethische Träumerei vorzuhalten.
Tatsächlich zeigte sich aber später, dass sie Sowjets mit neuen
Kurzstreckenraketen imstande gewesen wären,
die amerikanischen Pershings schnell auszuschalten, sodass Deutschland
Opfer eines Atomkrieges hätte
werden können, der sich nicht interkontinental hätte ausweiten müssen.
Statt dessen erwies sich das
gesinnungsethische Argument Gorbatschows, dass nur eine Humanisierung der
internationalen Beziehungen
das Vertrauen zu einer Auflösung des Bedrohungsdenkens schaffen könne, als
entscheidendes Mittel zur
Beendigung des Kalten Krieges. Gorbatschows Vorleistungen mit einem
Atomtest-Stop und einseitigem Abbau
konventioneller Waffen leiteten die Entspannung ein. Ganz klar erwies sich
die Überlegenheit eines zugleich
gesinnungsgeleiteten wie verantwortlich in den Folgen vorausbedachten
Handelns.
Wer alles daransetzt, seinen Überzeugungswandel vom entschiedenen
Kriegsgegner zum aktuellen
Kriegsbefürworter zu verbergen, der kann, wie Ludger Volmer, sagen: Nicht
ich habe mich verändert, sondern
die Welt ist eine andere geworden. Seine gewundenen Argumente, in dieser
Zeitung dargelegt, klingen so:
Zuvor hätten es die Pazifisten nur mit Projektionen, mit eingebildeten
Feindbildern zu tun gehabt. Nun aber
handle es sich um wirkliche Feinde. Und deren kriegerische Bekämpfung
vertrage sich noch immer mit einem
"politischen Pazifismus".
Richtig ist natürlich, dass die terroristischen Anschläge vom 11.
September eine neue Form von politischem
Massenverbrechen darstellen. Sie entsprechen in anderer Dimension dem Typ
der Selbstmordanschläge der
Palästinenser in Nahost. Aber die kriegerische Reaktion der USA in das
Konzept eines "politischen
Pazifismus" einzuordnen, wie es Volmer versucht, ist nun wahrlich eine
Zumutung. Von politischem Pazifismus
hätte man sprechen können, hätten die USA einen Weg eingeschlagen, den
eine grosse Zahl von
amerikanischen, kanadischen und eine Reihe von europäischen
Wissenschaftlern dem amerikanischen
Präsidenten und allen Kongressmitgliedern in einem Brief empfahlen:
nämlich die Schuldigen an den
Massenverbrechen zu verfolgen und mit den Mitteln des Rechts zu bestrafen.
Statt dessen würde ein
Rachekrieg erstens viele Unschuldige treffen, würde die Terrorakte zu
kriegerischen Handlungen aufwerten und
einen Abstieg zu der gleichen primitiven Brutalität bedeuten, der man
ausgesetzt worden sei. Im übrigen würde
man damit höchstwahrscheinlich neuen Racheterror provozieren.
Tatsächlich hat der dennoch entfesselte Krieg nun in Afghanistan das
schlimme Taliban-Regime, das allerdings
erst von den USA selbst an die Macht gebracht worden war, beseitigt. Aber
bisher ist nicht bekannt geworden,
dass der Bombenkrieg, der einige hundert Zivilisten das Leben gekostet
hat, auch nur einen einzigen der
Verantwortlichen für die Anschläge in den USA getroffen oder in
Gefangenschaft gebracht habe. Wie sich
herausgestellt hat, kamen die Täter zum überwiegenden Teil aus dem mit
Amerika befreundeten Saudi-Arabien.
Finanziert wurde der Terror hauptsächlich aus den Golf-Emiraten. Der
eigentliche terroristische Feind ist also
von dem Krieg, der nun noch auf andere Territorien ausgeweitet werden
soll, gar nicht erfasst worden.
Man hätte besser aus dem Testfall Nahost lernen sollen, dass noch überlegener Waffeneinsatz das
fortwährende Nachwachsen von Selbstmordattentätern nicht verhindern, statt
dessen nur fördern kann. Nahost
wäre für die USA und den Westen das Lehrbeispiel, das davor warnt, eine
endlose Gewaltkette zu entfesseln,
die nur auf einem Wege gebrochen werden kann, wie er durch die
Vereinbarungen von Oslo beinahe schon
erreichbar schien. Fast drei Jahre war der Terrorismus fast verschwunden,
als die Palästinenser auf einen
baldigen unabhängigen Staat und auf Freigabe der besetzten Gebiete hoffen
konnten. In dieser Richtung allein
liegt die Chance für eine Austrocknung des Nährbodens für islamistische
terroristische Gewalt. Und es wäre
kurzsichtig, die Palästinenser etwa aus ihrem Zentrum in Ost-Jerusalem,
ihrer zweitheiligsten Stätte,
hinausdrängen zu lassen. Darüber sind sich die Friedensgruppen auf
israelischen und palästinensischer Seite,
denen bislang allerdings durch die Grenzsperren eine Zusammenarbeit
verweigert wird, längst einig.
So ist der 11. September am allerwenigsten ein Argument für eine
Rehabilitation des Krieges, viel eher für eine
Erweiterung des Programms eines modernen Pazifismus. So deutlich wie nie
zuvor haben die Terroranschläge
bewiesen, dass selbst ein Höchstmass an offensiver und defensiver
Militärmacht, verbunden mit dem
aufwendigsten weltweit operierenden Geheimdienst, nichts an der eigenen
Verwundbarkeit ändert. Die
Globalisierung führt uns vielmehr vor Augen, dass es eine partielle
Ohnmacht der Mächtigsten und eine partielle
Macht der Ohnmächtigsten gibt, das heisst eine unsichtbare Beziehung
zueinander, die zur Abwendung einer
zerstörerischen Interaktion unbedingt Bemühungen um eine konstruktive
Kooperation verlangt. Das hat der
renommierte amerikanische Politikwissenschaftler Benjamin Barber
unmittelbar nach den Anschlägen in einem
Brief an Präsident Bush präzise so formuliert: "Terrorismus ist die
negative und verzerrte Form der
gegenseitigen Abhängigkeit, die wir in der positiven und nützlichen Form
nicht anzuerkennen bereit sind."
Es gibt also in der globalisierten Gesellschaft nur eine gemeinsame
Sicherheit. Kein Weg führt daran vorbei, mit
den islamischen Ländern, deren Mehrheiten sich ohnehin zum eigenen Nutzen
ein friedliches Zusammenleben
mit dem Westen wünschen, engere Verbindungen zu knüpfen. Ein zeitgemässer
Pazifismus ist nicht mehr ein auf
das Militärische eingeengter Anti-Pazifismus, sondern ein auf eine Kultur
des Friedens zielender
Pro-Pazifismus. Das schliesst keine gezielten Polizeiaktionen gegen
Massenverbrechen aus. Sein Schwerpunkt
liegt indessen in konstruktiver Arbeit am Abbau von Ungerechtigkeiten und
aggressionsträchtigen
Entfremdungen.
Alle noch so grossartigen technischen Kommunikationsmöglichkeiten nützen
nichts, wenn nicht der Wille zu
persönlichen Begegnungen, zu gegenseitigem Zuhören und zum Lernen
voneinander hinzutritt. Nur die
Bemühung um menschliche Nähe zueinander weckt das Bewusstsein für die
gegenseitige Verantwortung.
Verantwortung ist Nähe, und Nähe ist Verantwortung, stellt der polnische
Soziologe Zygmunt Bauman fest. Einen
lebendigen Pazifismus dieser Art führt der gebrechliche Papst Wojtyla vor:
2000 hat er an der Klagemauer in
Jerusalem gebetet. 2001 hat er als erstes katholisches Kirchenoberhaupt
die Omaijaden Moschee in
Damaskus besucht. Er setzt sich für eine Beendigung der Embargos gegen
Kuba und den Irak ein und
neuerdings gegen eine Ausdehnung der Terroristenverfolgung auf Länder,
Nationen und Religionen. Dafür
nimmt er Kritik aus der römischen Kurie in Kauf. Stirnrunzeln erträgt auch
Bundespräsident Rau für seine
Äusserungen, wonach andere Kulturkreise uns im Westen Vorstellung und
Forderungen entgegenhielten, unser
Verhalten zu ändern, was wir akzeptieren müssten.
Hochgeachteten Autoritäten kann man schwer offen entgegentreten, wenn sie
sich mit solchen selbstkritischen
Äusserungen oder mutigen Versöhnungsgesten hervorwagen. Anderen, die sich
im gleichen Sinne für ein
Brückenschlagen einsetzen, ergeht es ähnlich wie den humanistischen
Gruppen der Friedensbewegung Mitte
der 80er Jahre, denen das Eintreten für eine blockübergreifende
Verständigung und Vertrauensbildung prompt
als Ausscheren aus der gebotenen westlichen Solidarität ausgelegt wurde.
So wie sich im Augenblick
Staatsminister Ludger Volmer nicht verkneifen kann, Kriegskritikern
Verdrängung und eine Verkehrung des
Täter-Opfer-Verhältnisses vorzuwerfen, genauso wurden wir Friedensärzte
der IPPNW von der
bundesdeutschen Obrigkeit öffentlich diskriminiert, als wir 1985 mit dem
Friedensnobelpreis ausgezeichnet
wurden. Damals protestierte sogar Helmut Kohl in Oslo höchstpersönlich und
musste sich vom Vorsitzenden
des Nobel-Komitees sagen lassen, dass er der erste Regierungschef nach
Adolf Hitler sei, der in dieser
Eigenschaft gegen eine Preisvergabe protestiert habe.
Wie in den 80er Jahren werden sich auch heute Pazifisten im echten Sinne
nicht durch die üblichen
Verdächtigungen einschüchtern lassen. Sie werden zunächst am Abbau der
neuen Variante der geistigen
Spaltung der Welt in die Guten, das sind wir, und das Böse draussen
weiterarbeiten - in der Besorgnis, dass
dieses Böse womöglich bald noch je nach strategischer Planung weiteren
Ländern zugeteilt werden soll.
(erschienen in der Frankfurter Rundschau am 6.2.2002)
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