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Metta-Meditation
Eine Kenntnis der Ausdrücke in Pali, der kanonischen Sprache des
Theravada-Buddhismus, ist nicht nötig, um zu meditieren; doch kann Ihnen
eine Vertrautheit damit helfen, sich anhand einiger Anhaltspunkte in den
zahlreichen Ausführungen des Theravada-Kanons besser zurechtzufinden.
Viele zeitgenössische Meditationslehrer/-innen benutzen die Pali-Begriffe,
weil ihnen diese genauer scheinen als Übertragungen in andere Sprachen.
Es gibt verschiedene Arten, diese Meditation über die universelle Liebe zu
praktizieren. Hier wird nur eine vorgestellt, die auf die Texte und
Kommentare des Pali-Kanons zurückgeht. Wer sich für die genauen
Anweisungen und die verschiedenen Arten interessiert, sei hiermit auf die
Visuddhimagga, Kapitel 9 verwiesen.
Visuddhi Magga IX
http://www.palikanon.de/visuddhi/vis09.html
Diese Meditation kann natürlich
Jedermann/frau ausüben, sie ist nicht an den Buddhismus gebunden.
Übung:
Setzen Sie sich in eine bequeme Position, an einen ruhigen Platz, in einen
Park, in den Garten oder einen anderer Ort, der eine ruhige und ungestörte
Atmosphäre bietet. Halten Sie die Augen geschlossen und wiederholen Sie
das Wort metta ein paar Mal und werden Sie sich seine Bedeutung bewusst:
Liebe als Gegensatz zu: Hass, Ärger, Böswilligkeit, Ungeduld, Stolz und
Arroganz, und als tiefgründiges Gefühl von gutem Willen, Sympathie und
Freundlichkeit, die darauf abzielen, das Glück und Wohlergehen anderer und
(seiner selbst) zu fördern.
Nun stellen Sie sich bildlich ihr eigenes Gesicht mit einem glücklichen
und strahlenden Ausdruck und in guter Laune vor. Betrachten Sie sich wie
in einem Spiegel und fühlen Sie sich während der Metta - Meditation in
diesen Gemütszustand hinein. In einer solchen Stimmung kann niemand
ärgerlich werden oder negative Gefühle und Gedanken gegen irgend jemanden
haben.
Nun füllen Sie Ihren Geist mit folgenden Gedanken:
"Möge ich frei sein von Feindseligkeit
Möge ich frei sein von Sorgen und Ängsten
Möge ich frei sein von Notleiden
Möge ich glücklich sein!"
Während Sie sich in dieser Weise mit positiven Gedanken der Liebenden Güte
anfüllen, werden Sie den Geist wie ein Gefäß füllen, dessen Inhalt bereit
ist, in alle Richtungen überzulaufen. Bitte beachten Sie, dass Sie sich
bei der Metta-Meditation nur einen lebenden Menschen bildlich vorstellen,
und keinen, der schon gestorben ist. Der Grund dafür ist, dass Gedanken an
einen toten Menschen Trauer und Kummer entstehen lassen können, und so der
Entwicklung von Metta hinderlich sind.
Dann stellen Sie sich einen Menschen vor den Sie verehren, wie den
Meditationslehrer oder andere Lehrer usw. Sie sehen ihn in einem
glücklichen Gemütszustand und richten folgende Gedanken auf ihn:
"Möge er frei sein von Feindseligkeiten
von Sorgen und Ängsten
von Notleiden
Möge er glücklich sein."
Dann stellen Sie sich Ihre Eltern und die Familienmitglieder vor, oder
andere Menschen die Ihnen besonders lieb sind und "strahlen" metta in der
schon oben besprochenen Weise auf jeden einzelnen von ihnen.
Hier sollte beachtet werden, dass diese universelle Liebe nicht von der
weltlichen Liebe verunreinigt wird, was passieren kann, wenn wir metta an
unsere Ehepartner oder gegengeschlechtliche Menschen richten. An dieser
Stelle sollten wir metta auch nicht an die uns sonst lieben Menschen
richten, mit denen wir gerade ein Missverständnis oder sonstige
Auseinandersetzungen haben. Ihnen wenden wir uns später zu.
Dann senden Sie metta an die Menschen, die für Sie neutral sind, d.h.
Menschen die Sie weder mögen noch nicht mögen und verfahren auch hier in
der oben genannten Weise.
Und dann versuchen Sie metta an einen Menschen zu richten den Sie nicht
mögen, oder mit dem Sie eine Auseinandersetzung haben. Auch hier benutzen
Sie die obengenannten Schritte, mit dem Zusatz:
"Ich empfinde keine Feindschaft gegen sie oder ihn - möge auch er oder sie
keine Feindschaft gegen mich empfinden!"
Die bildlichen Vorstellungen sollten deutlich, und die
Gedankenprojektionen von metta gezielt und mit klarer Absicht durchgeführt
werden Sie sollten sich dazu Zeit nehmen und diese Übung nicht mechanisch
werden lassen. So können Sie auch andere Gedanken übertragen, die das
Glück anderer fördern sollen. Wie z. B:
"Mögen Sie gesund bleiben, keine Schmerzen erleiden und glücklich sein..."
"Mögen Sie die Freiheit von aller Leidhaftigkeit erfahren..."
(Diese Metta-Meditation ist Auszug einer zusammengefassten Übersetzung
aus: METTA - The philosophy & practice of universal love - von Acarya
Buddharakkhita - Buddhist Publication Society Kandy Sri Lanka)
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Liebe (metta)
Liebe, die nicht besitzen will, weil sie weiß, dass es in Wirklichkeit
keinen Besitz und keinen Besitzer gibt - das ist die höchste Liebe.
Liebe die nicht ICH sagt, weil sie das ICH als Täuschung weiß.
Liebe, die nicht sondert, wählt und ausschließt, wohl wissend, dass sie
damit nur ihren Gegensatz erzeugt: Missgunst, Abneigung, Widerwillen und
Hass.
Liebe, die alle Lebewesen umfasst - kleine und große, ferne und nahe, die
Bewohner der Erde, des Wassers und der Luft...
...die edelgesinnten und die niedrig gesinnten, die guten und die nicht
guten...
Liebe, die alle Wesen umfasst, wohl wissend, dass sie alle unsere
Weggefährten auf der Weltwanderschaft sind - Genossen unseres Leides.
Gemeinsames Erleiden ist ein starkes Band unter den Wesen...
Liebe, die eine wissende, verstehende, helfende Güte ist. Liebe die Kraft
ist und Kraft gibt - das ist die höchste Liebe...
Und was ist die höchste Tat der Liebe?
Den Wesen durch Tat und Wort den Weg der Leidbefreiung zu zeigen, wie er
gewiesen, gegangen und vollendet wurde, von ihm - dem Buddha.
(NYANIPONIKA Mahathera)
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