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Möge das Leiden aller Wesen durch die
Erleuchtung,
das Mitgefühl und die Weisheit Buddhas gelindert werden,
mögen ALLE WESEN glücklich sein.
Mögen alle Wesen glücklich sein!
Buddhismus, oder wie immer wir unser innerstes Streben nennen, hat ein
zentrales Anliegen: Freud und Leid; wie man ersteres mehrt und verwirklicht, wie
man letzteres vermindert oder überwindet. Die 10.000 Formen unseres Bemühens
wurzeln alle in diesem einen Anliegen.
Die Skala unseres Empfindungsvermögens reicht von Ekstase bis zu totalem Horror,
vom Himmel bis zur Hölle. Diese Fähigkeit, sich gut und schlecht zu fühlen,
teilen wir nicht nur mit allen Menschen, sondern sie verbindet uns mit allen
anderen Tieren. Sie ist auch das entscheidende Kriterium unseres Mitgefühls. Die
Frage ist nicht, ob ein Wesen denken kann, ob es Mitglied einer bestimmten
Familie, Kultur, Rasse oder Spezies ist; die Frage ist, kann es Leid und Freud
empfinden.
Das Leiden, welches wir unseren nicht-menschlichen Geschwistern in
Versuchslabors, Tierfabriken und Schlachthöfen antun, ist enorm. Enorm an
Intensität und Ausmass: Milliarden fühlender Wesen werden ständig aufs Brutalste
vergewaltigt. Das ist leider keine Übertreibung. In der heute üblichen
intensiven Massentierhaltung ist es unmöglich, viele der angeborenen, für das
Wohlbefinden notwendigen Bedürfnisse zu befriedigen. Es sind dies vor allem
Bewegungsfreiheit, Beschäftigung, Trennen von Kot- und Liegeplatz, Sozial- und
Sexualkontakte, Einstreu.
Schauen wir uns kurz am Beispiel des Schweines an, wie so ein Leben aussieht.
Ähnliches geschieht mit Hühnern, Kühen, Kälbern, Gänsen, Wachteln, Hasen,
Ratten, Mäusen und und und...
Geboren wird in einem sog. Kastenstand. Das ist ein gerade körpergrosser Käfig
aus Stahlrohren. Häufig sind sie zusätzlich am Boden angegurtet. Aufstehen und
Hinlegen sind die einzig möglichen Bewegungen. Der Boden besteht aus gelöchertem
Stahl oder Beton, damit Kot und Urin ohne Arbeitsaufwand in die direkt darunter
liegende Jauchegrube gelangen. Eine Qual für Schweine, welche eine äusserst
sensible Nase haben und Käfer und Wurzeln auch 50 cm unter dem Erdboden riechen
können (siehe Trüffelschweine). Die Mutter kann sich nicht zurückziehen und ein
Nest bauen, wie sie das von Natur aus möchte. Die Sau wird so äusserst unruhig
und verzögert die Geburt um mehrere Stunden.
Kurz nach der Geburt werden den Ferkeln die Schwänze coupiert, die Eckzähne
ausgebrochen und die Jungen kastriert - alles ohne Narkose. Nach 3 - 4 Wochen
werden Mutter und Kinder getrennt. In Freiheit würde die Sau ihr Leben für die
Verteidigung ihrer Jungen einsetzen. Entsprechend frustrierend und deprimierend
muß das Hilfegeschrei der Sprösslinge in ihren Ohren klingen.
Die Jungen kommen nun in sogenannte Mastbuchten. Bei den heftigen Rangkämpfen
kommt es zu Panik und Verletzungen, weil die schwächeren Tiere keine Ausweich-
bzw. Rückzugsmöglichkeiten haben. Diese bewegungsfreudigen, neugierigen und
intelligenten jungen Tiere müssen ihr ganzes Leben in extremer Enge, in
beständigem Gerangel und direkt über den eigenen Exkrementen dahinvegetieren,
ohne jemals Sonne, Wind oder einen Grashalm zu sehen.
Aggressionen werden durch Dunkelhaltung, Krankheiten durch Antibiotika
vorsorglich bekämpft. Auf- und Abladen, Transport (oft durch ganz Europa ohne
Wasser und Nahrung, bei grosser Hitze oder Kälte) und Schlachthof sind das
unausweichliche Ende.
Biologisch ist das Schwein ein horizontaler Mensch: Die inneren Organe sind
praktisch identisch in Form, Grösse und Anordnung. Man hat sogar erfolgreich
Schweineherzen in Menschen verpflanzt. Entsprechend ähnlich sind auch unsere
Hilfe- und Angstschreie.
Diese Art der industriellen Tierquälerei ist heute praktisch in allen Ländern
legal und wird sogar mit Steuergeldern subventioniert. Obwohl Deutschland und
die Schweiz vergleichsweise relativ fortschrittliche Tierschutzgesetze besitzen,
schaut es auch in unseren Tierfabriken nicht besser aus.
Das Wichtigste, was wir als Einzelne tun können, ist weniger, bzw. kein Fleisch
zu essen. Was nicht gegessen wird, wird auch nicht produziert. Wir tun damit
auch unserer eigenen Gesundheit und der unserer Mutter Erde einen grossen
Gefallen. Der heute übliche, viel zu hohe Fleischkonsum ist ein
Gesundheitsrisiko vergleichbar starkem Rauchen.
Die industrielle Landwirtschaft ist der größte Mitweltbelaster. 50% des
Getreides und 95% aller Soyabohnen werden den Tieren verfüttert. 90% der
Energien gehen bei diesem Umweg über das Tier verloren. Kein Fleisch zu essen
ist vielleicht der wirkungsvollste Beitrag, den wir für eine bessere Welt
leisten können. Besser für uns, die Tiere, das ganze Ökosystem.
Vanja Palmers
Vanja Palmers Sensei ist autorisierter Zen-Lehrer. Er lebt in Luzern, Schweiz
und leitet das dortige Zen-Dojo.
Die Zeitschrift "Alle Wesen"

Ich sage NEIN zu
Klon-Versuchen!
http://www.buddhanetz.org/projekte/tiere.htm
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