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Zitate, nicht aus dem Zusammenhang gerissen..... Es sind eben zu viele Dinge, die nachlässig behandelt werden. Buddhisten
sollten die Achtsamkeit praktizieren und sich nicht rühmen, den Buddhismus
dadurch zu praktizieren, daß sie meditieren - meditieren "über" die Achtsamkeit.
Man sollte nicht über alles den Mantel einer falsch verstandenen Güte breiten
nach dem Motto: "Alles ist richtig, auch das Gegenteil. Samsara und
nibbana sind nur zwei Seiten derselben Medaille" Kann man etwa auch
sagen: "Das Einhalten der fünf silas und das Nichteinhalten der fünf
silas sind nur zwei Seiten derselben Medaille"? Das wäre wohl der Gipfel
der Laxheit.
Laxheit in sogenannter 'buddhistischer Lebenspraxis' bedeutet leider nur
Schöngeistigkeit, Kokettieren. Aber die fünf silas finden keine Umsetzung
im Alltagsleben, im konkreten Verhalten. Buddhist-Sein kann nicht, wie von
einigen vorgelebt, bedeuten, daß die Lehre ansonsten den normalen Alltag nicht
allzu sehr stört und behindert. Die ernsthafte und überzeugte Umsetzung, das
Vorleben der buddhistischen Lehre und seiner Ethik, dürfte wohl zum wichtigen
Prüfstein werden, wieweit die noch asiatisch geprägte Religion von einzelnen
verinnerlicht wird. Und wie sie sich hier selber darstellt und weitere
Nachfolger finden will.
aus:
Buddhistischer Modernismus - Forschungsberichte ; 11
Anhang:
Guido Auster und Helmut Klar stellten 1937 aus markanten Pali-Texten einen
Rezitationstext zusammen. Der Text war (und ist) zur persönlichen Verwendung
oder zur gemeinschaftlichen Rezitation bei feierlichen Anlässen bestimmt. Der
Rezitationstext wurde bislang nicht veröffentlicht, jedoch auf Anfrage des
öfteren an Einzelpersonen weitergegeben. Zwischen dem neunten und zehnten Vers
ist es möglich, einen aktuellen Betrachtungstext oder ein Zitat aus den
Lehrreden einzufügen. Der Text wird hier auf Deutsch und in Pali
wiedergegeben.
Rezitationstext
- Verehrung dem Erhabenen, Vollendeten, vollkommen Erwachten!
- Ein Wesen, welches in der Welt erscheint, erscheint ohne einen Zweiten,
ohne Gefährten, ohne Ebenbild, ohne einen Gleichen, ohne Ebenbürtigen, als
einer der nicht seinesgleichen hat, als ein Unvergleichlicher, als der Beste
der Menschheit.
- Dies ist der Erhabene, der Vollendete, vollkommen Erwachte, der in Wissen
und Wandel Vollkommene, der Pfadvollender, der Kenner der Welten, der
unübertreffliche Bändiger der ungezähmten Menschen, der Lehrer der Götter und
Menschen, Buddha, der Erhabene.
- Der kündet diese Welt samt der Götterwelt, der Marawelt, der Brahmawelt,
samt allen Samanen und Brahmanen und allen Geborenen, samt Göttern und
Menschen als einer der es selbst erkannt und selbst verwirklicht hat. Der
zeigt die Lehre, die im Anfang gute, die in der Mitte gute, die in ihrer
Fortführung gute, nach ihrem Inhalt und ihrer äußeren Fassung; das ganz
vollkommene geläuterte Reinheitsleben verkündet er.
- Dies ist das erste Wesen, welches, wenn es in der Welt erscheint, zu
vieler Menschen Heil, zu vieler Menschen Glück erscheint, aus Mitleid mit der
Welt, zum Segen, zum Heil, zum Glück von Göttern und Menschen.
- Verehrung auch ihm, dem Sariputta, dem Heerführer des Dhamma. Eben dieses
Lehrers Schüler ist der Arahat, der von den Einflüssen Befreite, der seinen
Lauf vollendet hat, der getan hat, was zu tun war, der die Bürde abgelegt und
sein eigenes Ziel erreicht hat. Die Fesseln des Werdens hat er gänzlich
zerstört und ist in vollkommener Erkenntnis befreit. Der zeigt die Lehre, die
im Anfang gute, die in der Mitte gute, die in ihrer Fortführung gute, nach
ihrem Inhalt und ihrer äußeren Fassung; das ganz vollkommene, geläuterte
Reinheitsleben verkündet er. Dies ist das zweite Wesen, welches, wenn es in
der Welt erscheint, zu vieler Menschen Heil, zu vieler Menschen Glück
erscheint, aus Mitleid mit der Welt, zum Segen, zum Heil, zum Glück von
Göttern und Menschen.
- Eben dieses Lehrers Schüler ist der Kämpfer, der auf den Pfaden
fortschreitet, der Kenntnisreiche, der von sittlicher Zucht erfüllt ist. Auch
er zeigt die Lehre, die im Anfang gute, die in der Mitte gute, die in ihrer
Fortführung gute, nach ihrem Inhalt und ihrer äußeren Fassung; das ganz
vollkommene, geläuterte Reinheitsleben verkündet er. Dies ist das dritte
Wesen, welches, wenn es in der Welt erscheint, zu vieler Menschen Heil, zu
vieler Menschen Glück erscheint, aus Mitleid mit der Welt, zum Segen, zum
Heil, zum Glück von Göttern und Menschen.
- Der erste Lehrer in der Welt ist ja der große Seher; nach ihm kommt der
aus sich selbst heraus gewordene Schüler; der nächste ist der auf dem Pfade
fortschreitende Kämpfer, der Kenntnisreiche, der von sittlicher Zucht erfüllt
ist. Diese drei sind die besten der Götter und Menschen, die Lichtbringer, die
die Lehre verkünden. Sie öffnen die Tore des Todlosen, vom Joch befreien sie
viele Menschen. Diejenigen, welche auf dem vom unübertrefflichen Lehrer und
Führer gezeigten Weg voranschreiten - schon hier machen sie dem Leiden ein
Ende, die unermüdlich sind in der Botschaft des Pfadvollenders.
- Buddha ist von den Verehrungswürdigen der Beste, die Lehre ist die beste
für die Entsüchteten, die edlen Hörer sind das beste Feld der Verdienste.
Diese drei sind die Besten in der Welt mit ihren Göttern.
- Wohlverkündet ist vom Erhabenen die Lehre, die sichtbare, die zeitlose,
zum Kommen und Sehen einladende, zum Ziel führende, den Weisen - jedem für
sich - verständliche.
- Schwer zu erkennen ist diese Lehre, die tiefe, schwer ersichtliche,
ruhige, kostbare, der Spekulation nicht zugängliche, feine, Weisen
verständiche.
- Recht wandeln die Schüler des Erhabenen, aufrichtig wandeln die Schüler
des Erhabenen, auf dem rechten Wege wandeln die Schüler des Erhabenen, nämlich
die vier Paare von Vollendeten, die acht Arten von vollendeten Schülern. Diese
Schüler des Erhabenen sind würdig der Opfergaben, würdig der Gastfreundschaft,
würdig der Geschenke, würdig der Verehrung, sie sind der beste Boden um
Verdienste zu säen.
- Nicht sage ich, daß man, ohne das Ende der Welt erreicht zu haben, dem
Leiden ein Ende machen kann. Und so verkünde ich denn, daß in eben diesem
klaftergroßen Körper, dem vergänglichen, mit seinem Wahrnehmen die Welt liegt,
die Entstehung der Welt, die Überwindung der Welt und der zur Überwindung der
Welt führende Pfad.
- Durch Wandern ist das Ende der Welt nie zu erreichen. Und doch gibt es,
wenn man das Ende der Welt nicht erreicht hat, keine Befreiung vom Leiden.
Deshalb - wahrlich - ersehnt der Weise, der die Welt kennt, der zum Ende der
Welt geht und ein edles Leben führt, nachdem er das Ende der Welt, welches er
erkennt, verwirklicht hat, für sich weder diese noch eine andere Welt.
- Die Welt ist vom Vollendeten vollkommen erkannt, von der Welt ist der
Vollendete völlig befreit. Die Entstehung der Welt ist vom Vollendeten
vollkommen erkannt; die Entstehung der Welt ist für den Vollkommenen
beseitigt. Die Überwindung der Welt ist vom Vollendeten vollkommen erkannt,
die Überwindung der Welt ist vom Vollendeten verwirklicht. Der zur Überwindung
der Welt führende Pfad ist vom Vollendeten vollkommen erkannt, der zur
Überwindung der Welt führende Pfad ist vom Vollendeten abgeschlossen.
- Was da in der Welt mit ihren Göttern, Maras, Brahmas, samt allen Samanen
und Brahmanen und allen Geborenen, samt allen Göttern und Menschen je gesehen,
gehört, erdacht, erkannt, erreicht, angestrebt, im Geiste erwogen worden ist:
weil das vom Vollendeten vollkommen erkannt worden ist - deshalb wird er der
Vollendete genannt.
- Wie der Vollendete spricht, so handelt er; wie der Vollendete handelt, so
spricht er. Also: wie er spricht, so handelt er, wie er handelt, so spricht er
- deshalb wird er der Vollendete genannt.
- In der Welt mit ihren Göttern, Maras, Brahmas, samt allen Samanen und
Brahmanen und allen Geborenen, samt Göttern und Menschen ist der Vollendete
der Überwinder, der Nichtüberwundene, der Allseher, der seinen Willen walten
läßt - deshalb wird er der Vollendete genannt.
- Weil er die ganze Welt erkannt hat, so wie sie ist, ist er von der ganzen
Welt völlig befreit, der Unvergleichliche in allen Welten.
- Der alles und alle überwindende Held, der von allen Fesseln befreit ist,
hat den höchsten Frieden, das mit Schrecken nicht behaftete Nibbana erreicht!
- Dies ist der Erwachte, der von den Einflüssen Befreite, der Leidlose, der
den Zweifel brach. Das Aufhören allen Wirkens hat er erreicht und ist zugleich
durch die Überwindung der Beilegungen frei geworden.
- Dies ist der Erhabene, der Buddha, dies ist der unvergleichliche Löwe; in
der Welt samt ihren Göttern hat er das heilige Rad rollen lassen!
- Mit diesen Worten werden Götter und Menschen, die zum Buddha ihre Zuflucht
genommen haben, dem Buddha in Scharen Verehrung zollen, ihm, dem Großen, der
den Zeitenlauf vollendet hat.
- Von den Überwindern ist er, der Selbstüberwinder, der Beste. Er, der
Beruhigte, ist von denen, die Ruhe spenden, der Seher. Der Befreite ist der
Erste unter denen, die Befreiung bringen. Der Hinübergelangte ist unter denen,
die den Strom kreuzen, der Vorzüglichste!
- Mit diesen Worten werden sie dem Gewaltigen, der den Zeitenlauf vollendet
hat, Verehrung zollen. In der Welt mit ihren Göttern ist keiner, der ihm
ebenbürtig wäre.
Rezitationstext in Pali
- Namo tassa Bhagavato Arahato Sammasambuddhassa!
- Ekapuggalo loke uppajjamano uppajjati adutiyo asahayo appatimo appatisamo
appatibhago appatipuggalo asamo asamasamo dipadanam aggo.
- Iti pi so bhagava araham sammasambuddho vijjacaranasampanno sugato
lokavidu anuttaro purisadammasarathi sattha devamanussanam Buddha Bhagava.
- So imam lokam sadevakam samarakam sabrahmakam sassamana-brahmanim pajam
sadevamanussam sayam abhiñña sacchikatva pavedeti. So dhammam deseti
adikalyanam majjhekalyanam pariyosanakalyanam sattham savyañjanam
kevalaparipunnam parisuddham brahmacariyam pakaseti.
- Ayam pathamo puggalo loke uppajjamano uppajjati bahujanahitaya
bahujanasukhaya lokanukampaya atthaya hitaya sukhaya devamanussanam.
- Namo pi tassa dhammasenapatissa Sariputtassa! Tass-eva satthu savako
araham hoti, khinasavo vusitava katakaraniyo ohitabharo anuppattasadattho
parikkhinabhavasamyojano sammadaññavimutto. So dhammam deseti adikalyanam
majjhekalyanam pariyosanakalyanam sattham savyañjanam kevala-paripunnam
parisuddham brahmacariyam pakaseti. Ayam-pi dutiyo puggalo loke uppajjamano
uppajjati bahujanahitaya bahujanasukhaya lokanukampaya atthaya hitaya sukhaya
devamanussanam.
- Tass-eva satthu savako sekho hoti patipado bahussuto silavatupapanno. So
pi dhammam deseti adikalyanam majjhekalyanam pariyosanakalyanam sattham
savyañjanam kevalaparippunnam parisuddham brahmacariyam pakaseti. Ayam-pi
tatiyo puggalo loke uppajjamano uppajjati behujanahitaya bahujanasukhaya
lokanukampaya atthaya hitaya sukhaya devamanussanam.
- Sattha hi loke pathamo mahesi / tass-anvayo savako bhavitatto / athaparo
patipado pi sekho / bahussuto silavatupapanno. / Ete tayo devamanussasettha /
pabhamkara dhammam-udirayanta / apavunanti
-
- Buddho dakkhineyyan aggo dhammo aggo viraginam ariyasavaka ca
puññakkhettaggo tini agga sadevake.
- Svakkhato bhagavata dhammo sanditthiko akaliko ehipassiko opanayiko
paccattam veditabho viññuhi.
- Duranubodho kho ayam dhammo gambhiro duddaso santo panito atakkavacaro
nipuno panditavedaniyo.
- Supatipanno bhagavato savakasangho ujupatipanno bhagavato savakasangho
ñayapatipanno bhagavato savakasangho samicipatipanno bhagavato savakasangho
yadidam cattari purisayugani atthapurisapuggala esa bhagavato savakasangho
ahuneyyo pahuneyyo dakkhineyyo añjalikaraniyo anuttaram puññakkhettam lokassa.
- Na kho panaham appatva lokassa antam dukkhassa antakiriyam vadami api
khvaham imasmiññeva vyamatte kalevare saññimhi samanake lokañ ca paññapemi
lokasamudayañ ca lokanirodhañ ca lokanirodhagaminiñ ca patipadam.
- Gamanena na pattabho / lokass' anto kudacanam / na ca appatva lokantam /
dukkha atthi pamocanam. / Tasma bhave lokavidu sume-
dho / lokantagu
vusitabrahmacariyo / lokassa antam samitaviñatva / nasimsati lokam imam parañ
ca.
- Loko tathagatena abhisambuddho, lokasma tathagato visaññutto lokasamudayo
tathagatena abhisambuddho lokasamudayo tathagatassa pahino lokanirodho
tathagatena abhisambuddho lokanirodho tathagatassa sacchikato
lokanirodhagamini patipada tathagatena abhisambuddha lokanirodhagamini
patipada tathagatassa bhavita.
- Yam sadevakassa lokassa samarakassa sabrahmakassa sassamanabrahmaniya
pajaya sadevamanussaya dittham sutam mutam viññatam pattam pariyesitam
anuvicaritam manasa yasma tam tathagatena abhisambuddham tasma tathagato ti
vuccati.
- Yathavadi tathagato tathakari yathakari tathagato tathavadi iti yathavadi
tathakari yathakari tathavadi tasma tathagato ti vuccati. Sadevake loke samarake sabrahmake sassamanabrahmaniya pajaya
sadevamanussaya tathagato abhibhu anabhibhuto aññadatthudaso vasavatti tasma
tathagato ti vuccati.
- Sabbalokam abhiññaya / sabbaloke yathatatham / sabbalokavisamyutto /
sabbaloke anupamo.
- Sabbe sabbhabhibhu dhiro / sabbaganthappamocano / putthassa parama santi /
nibbanam akutobhayam.
- Esa khinasavo Buddho / anigho chinnasamsayo / sabbakammakkhayam patto /
vimutto upadhisa1khaye.
- Esa so Bhagava Buddho / esa siho anuttaro / sadevakassa lokassa /
brahmacakkam pavattayi.
- Iti deva manussa ca / ye Buddham saranam gata / samgamma tam namassanti /
mahantam vitasaradam.
- Danto damayatam settho / santo samayatam isi / mutto mocayatam aggo /
tinno tarayatam varo.
- Iti hetam namassanti / mahantam vitasaradam / sadevakasmim lokasmim /
natthi te patipuggalo ti.
Literaturstellen der einzelnen Verse:
2. Anguttara-Nikaya (Angereihte Sammlung) I, 18; Seid. 325 3.
Samyutta-Nikaya LV, 1; Seid. 323 4. Digha-Nikaya I 62 (Dahlke,
Buddha, Brandus 1920, 840) 5. Itivuttaka 79; Seid. 364 6.
Itivuttaka 79; Seid. 364 7. Itivuttaka 79; Seid. 365 8.
Itivuttaka 79; Seid. 365 9. Dipavamsa XI, 61; Seid. 322 10.
Samyutta-Nikaya LV, 1; Seid. 324 11. Majjhima-Nikaya (Mittlere
Sammlung)I 487 12. Anguttara-Nikaya (Nyanatiloka Bd 1, 47) 13., 14.
Samyutta-Nikaya I 62, Anguttara-Nikaya IV, 45 und Seid. 96 15.-
25. Itivuttaka 112, 121; Anguttara-Nikaya IV, 23; Seid.
327 Seid. Pali-Buddhismus in Übersetzungen von Karl Seidenstücker, 2.
verb. Auflage, 4.- 8. Tsd., München/Neubiberg, 1923.
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